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Epoxidharz gießen Anleitung für Anfänger


Ich heiße dich ganz herzlich willkommen zu meinem zweitem Blog Beitrag :)

Agghhh! Ich bin so Aufgeregt! :D

Wie man im Titel schon lesen konnte, wird dies eine Anleitung zum Epoxidharz gießen, da ich dies nun doch schon seit einiger Zeit mache, hat sich da viel wissen und hilfreiche Tips angesammelt.

Legen wir Los!


Vorbereitung

Für mich ist es wichtig schon von Anfang an alles parat zu haben um nicht während der Verarbeitungszeit noch nach etwas suchen zu müssen. Schließlich hat man nicht unendlich Verarbeitungszeit. Diese hängt jedoch von eurem Harz ab. Was ich also vorbereite ist:

(Wichtig, alles was mit Harz in Berührung kommt ist nicht mehr für Lebensmittel geeignet)


-das Harz schon ne Zeit vor dem Bearbeiten auf eine warme Heizung zu stellen (nur das Harz nicht den Härter) am besten schon 2 Stunden zuvor, wenn du weißt das du an dem Tag etwas gießen möchtest.


-ich schreibe mir auf meinem Whiteboard genau auf, was ich machen möchte um zu wissen was ich vorbereiten muss. Das kann so aussehen: „M“ mit transparenter blauer Farbe, roten Blumen, Glitzer 34 und 36 + Blattgold


-eine Unterlage um den Tisch zu schützen, dass kann sein z.B. eine Plane, eine Silikonmatte oder aber auch einfaches Backpapier


-becher zum Rühren, ich besitze da Silikonmessbecher aber du kannst auch einfach Plastik oder Papbecher hernehmen (sei dir im Klaren, dass diese danach nicht mehr zum trinken geeignet sind) in den Plastikbechern kann man das Harz ganz einfach aushärten lassen und es anschließend raus peelen, so muss man diese nicht weg schmeißen und Plastik verschwenden.


-Rührstäbchen, wie breiter desto bessern, mit dünnen Stäbchen dauert das ganze viel länger. Ich nehme momentan Holzstäben her, ich möchte mir aber mal Silikon Rührstäbchen kaufen, so muss ich das holz nicht verschwenden.


-Feinstaub bzw. Doppelfilter A2 Maske oder ähnliches. Mit Epoxidharz ist nicht zu spaßen, die Dämpfe die aus dem Epoxidharz kommen sind nicht gut für deine Gesundheit, eine einfache Nasen-Mundschutzmaske so wie wir sie zur Eindämmerung für das Covid-19 Virus nutzen, reicht in diesem Fall nicht aus. Ich empfehle sehr in eine Doppelfilter A2 Maske mit gegebenen falls Aktivkohle Pads zu investieren und immer in einem gut gelüfteten Raum zu arbeiten.


-Vinyl Handschuhe, abgesehen davon, dass das Harz unfassbar hartnäckig an der Haut klebt und nur schwer ab zu bekommen ist, kann es auch HautIrritationen und Allergische Reaktionen so viel verätzungen unw. hervorrufen. Setze deine Gesundheit nicht aufs spiel, auch wenn du nur kurz ausbesserungs arbeiten erledigen willst.


-Feinwaage mit einem 0,00 g stellen wert. Beim Harz kommt es auf genaustes abwiegen an, bevor ich eine Feinwaage hatte, hatte ich oft Probleme damit, dass mein Harz komplett aushärte, so ist auch mein Gummi Kamm entstanden (mein beliebtestes Video auf Tiktok mit 1,2M Aufrufen)



-Papiertücher, das kann z.B. ein billiges Klopapier oder eine Küchenrolle sein. Nimm etwas her, was nicht hochwertig oder teuer ist, denn zum abwischen des Flaschenhalses musst du nicht unnötig Geld aus dem Fenster schmeißen.


-Silikonformen (mein Lieblingsthema haha :D sooooo unendlich viel Auswahl) für das was du gießen möchtest, brauchst du natürlich auch eine passende Silikonform, die kannst du gefühlt überall finden, bei Etsy, Amazon, Ebay, Wish aber auch Aliexpress. Was du wissen solltest ist: wenn die Oberfläche der Silikon matt ist, wird auch dein Werkstück Matt. Darauß erschließt sich, dass die Oberfläche deiner Silikonform glänzend, kratzer und Staubfrei sein sollte um ein glänzendes finish (ohne polieren) zu erlangen. (Werbung: bei Chooseyours11 gibt es Hologramm Formen, bei denen sich das Hologramm auf das Werkstück überträgt. In all meinen Social Media Kanälen findet ihr in meiner Bio einen Link zu deren Shop. Ich lieeeebe diese Hologramm Formen)



-Farben, da gibt es ebenso eine überdimensional große Vielfalt. Von Pulverpigmenten, Alkohol Ink, Transparenten Resin Farben bis zu Pastenpigmenten. Ich nutze momentan Metallic Pulver Pigmente, Transparente Resin Farben und habe ein einziges weißes Pastenpigment. (Pastenpigment ist unnormal ergiebig, man braucht nur einen tropfen und kann eine große Menge Resin damit einfärben. Es ist allerdings auch schwerer und kann sich dann am Boden absetzten, wenn man zu viel rein macht.


-alles was dein Herz begehrt. In Epoxidharz kannst du so gut wie alles rein geben. Glitzer, Perlen, Steine, Sand, Metal, getrocknete Blumen, (Eklig aber auch Insekten o.o) Du kannst wirklich alles reingeben solange es trocken ist. Bei nicht getrockneten Gegenständen wird dein Werkstück milchig und ich bin mir nicht sicher, aber ich denke so Sachen wie frische Blumen könnten auch zu schimmeln beginnen. (Ich hab mal Kaffebohnen rein gemacht und Zuckerstreusel, hat super geklappt)


-bei sehr filigranen Silikonformen könnte dir eine Pipette weiterhelfen. Bedenke das Pipetten auch einweg und aus Plastik sind, nutze sie nur, wenn du sie auch wirklich brauchst. Außerdem bringst du mit einer Pipette mehr Luftblasen rein.


-Heißluft Föhn oder Feuerzeug. Die meisten nutzen einen Heißluftföhn, allerdings komme ich mit dem nicht so gut klar, da die Blasstärke zu stark ist und bei zu nahem ran gehen alles weg schwimmt. Ich nehme ein Sturmfeuerzeug (bei einem Sturmfeuerzeug geht die Flamme nicht nach oben wenn du das Feuerzeug drehst, somit verbrennst du dir nicht die Finger)


-Pinzette um Blumen und weiteres rein zu legen.


-Zahnstocher oder Schaschlickspieß um große Luftblasen die sich am Boden fest gesetzt haben nach oben zu treiben und deine Sachen wie Perlen unw. zu verschieben.


-Arbeitskleidung, denn Resin kriegst du nie wieder aus deiner Kleidung raus.


-(man kann, man muss aber nicht) ein Obstfliegen Netz für Obst um dein fertiges Werkstück gegebenfalls abzudecken, damit kein Staub rein fliegt. Dies habe ich anfangs getan, dann wurde die Anzahl an Dingen immer mehr und ich hab es sein lassen. Dass klappt so auch ganz gut, wenn nicht andauernd Leute daran vorbei laufen.


-Taschenrechner um das Mischverhältnis Haargenau auszurechnen


-eventuell ein Stück Papier um sich sein Mischgewicht zu notieren


und wenn ich nichts vergessen habe ist dies der aller letzte Punkt


-das Harz und den Härter natürlich, auch wenn ich Anfangs schon erwähnte, dass ihr es auf die Heizung stellen könnt, jetzt währe der Zeitpunkt das Harz wieder zu holen.


In dieser Auflistung sind nur die Dinge enthalten, die ihr für das Gießen braucht. Werkzeuge wie ein Bohrer usw. die ihr für die Weiterverarbeitung braucht sind hier nicht enthalten, da dies ein Prozess ist, der sich über mehrere Tage zieht.


Nach dieser ausführlichen Beschreibung der Vorbereitung kommt nun die eigentliche Arbeit und wir beginnen mit:



Abwiegen

Damit das Harz auch fest wird muss man zwei Komponenten zusammen mischen, einmal das Harz selbst und den Härter. Meistens werden die zwei gleich zusammen verkauft. Das Mischverhältnis ist bei jeder Marke anders, bei meinem ist es 2:1, dass bedeutet ich mische 2 Teile Harz mit einem Teil Härter, beispielsweise: 100g Harz und 50g Härter.

Mit so einer großen Menge fangen die meisten allerdings nicht an.

Ich kann euch leider nicht sagen wieviel Ihr hernehmen sollt, denn das hängt ganz allein von der Füllmenge deiner Silikonform oder Formen ab.

Wenn ihr anfangs schon mehr Silikonformen besitzt kann ich sagen, dass es besser ist zu viel an zu mischen als z wenig. Im Normalfall ist dies immer anders herum, da man ja kein Produkt verschwenden will, doch wenn ihr zu wenig in eure Form gegossen habt und dann noch mal Harz anzischen müsst, wird das end Ergebniss vielleicht nicht so toll wie ihr es euch erhofft hattet.

Wenn du also zu viel hast, kannst du es jeder Zeit in den anderen Formen verteilen, insofern diese vorhanden sind.


Du stellst also dein Gefäß auf die Waage, stellst die Feinwaage auf 0 und beginnst etwas von dem Härter rein zu gießen. Ich mache es so, dass ich mir dann die Zahl aufschreibe um auch ja nicht durcheinander zu kommen.

Bevor du die Flasche zu schraubst, solltest du unbedingt den Flaschenhals abwischen.


Ich rechne mir dann immer das Doppelte der Härter Menge auf dem Taschenrechner aus und schreibe sie ebenfalls auf. Nun kannst du also die ausgerechnete Menge an Harz zugießen. Mach dir keinen Kopf, wenn du zu viel rein gegossen hast. Rechne einfach die Menge die jetzt auf deiner Waage ist minus die Menge die eigentlich rein sollte und teile dies durch 2. Soviel wie du raus bekommen hast, gibst du jetzt wieder an Härter hinzu. (Härter ist Flüssiger als Harz und somit schwerer zu Dosieren, du kannst dir da also mit einer Pipette weiter helfen, wenn du dir beim Dosieren schwer tust. Nutze allerdings niemals die selbe Pipette für das Harz und den Härter) Wenn es sich um Mengenunterschiede von 0,01 - 0,06 handelt ist das halb so wild. Manchmal härtet das Harz auch bei größeren unterschieden aus.


Rühren

Das Rühren ist eines der wichtigsten Sachen, würde ich sagen. Bei kleinen Mengen (bis 50g) stell ich mir einen Timer auf 5 Minuten und bei allem was drüber ist auf 10 Minuten. Es ist wichtig, dass du sehr langsam und nur in eine Richtung rührst um möglichst wenig Luftblasen rein zu bekommen. Außerdem solltest auch nicht dein Stäbchen immer wieder raus und rein stecken. So wie deine Masse aussieht wenn du anfängst zu rühren ist sie schlierig. Erst wenn dein Resin vollständig schlieren frei ist (also absolut transparent (bis auf Luftblässchen)) bist du fertig mit rühren. Manchmal muss man auch noch länger rühren, dass hängt von der Stäbchenbreite und deiner Geschwindigkeit ab. Bei transparenten Bechern kann man besser erkennen, ob noch schlieren drinnen sind, ist dein Gefäß nicht transparent kannst du mit einer Taschenlampe rein leuchten um es besser zu erkennen. Anfangs weiß man nie, was schlieren sind und wie man sich die vorstellen kann, doch wenn du erst ein paar mal gegossen hast, weißt du was ich meine.




Umtopfen

Ich verwende momentan eine abgewandelt Methode von @dasdigitalehandwerk auf Instagram.



Sie hat nämlich in einem IGTV Video ihre Methode vorgestellt, wie sie ein Schlierenfreies Ergebniss erzielt.

Dafür Topft sie das Resin nach dem Rühren in ein sauberes Gefäß und rührt nochmals gut durch.

Ich erkläre mir das so, dass am Rand und am Boden des ersten Bechers noch schlieren sein könnten, die beim Gießen in deine Form gelangen.

@dasdigitalehandwerk lässt dann außerdem auch noch ihr Harz für eine Zeit lang stehen, was ich allerdings für Anfänger nicht empfehlen kann, da ich es selbst noch nicht ganz hin bekomme ohne das mir mein Harz weg kocht.

Ihr müsst nämlich wissen, dass Harz beim vermischen der zwei Komponenten chemisch reagiert und sich erwärmt. Dies kann aber schnell aus den Fugen geraten, wenn das Harz anfängt zu Kochen und euch aus eurem Plastikbecher raus schmilzt.



In der Packungsbeilage eures Harzes wird angegeben wie hoch die Gusshöhe eures Harzes ist (bei mir 2 cm). Bei einer Gusshöhe, die diese überschreitet kann sich euer Harz zu stark erwärmen, was auch für die Silikonformen nicht gut ist. Um dies zu vermeiden, könnt ihr dieses Umtopfen gleich nutzen um euer Harz auf mehrere Becher zu verteilen, um die Gusshöhe zu minimieren. Wenn ihr mehr als nur eine Sache gießen wollt und nur mehr als nur eine Farbe für euer Werkstück braucht, könnt ihr es auf so viele Becher aufteilen wie ihr Farben braucht.


Einfärben und co.

Jetzt könnt ihr euer Harz einfärben und Glitzer, Blattgold uvm. hinzufügen. Einige geben die Farben auch erst später in ihre Formen und rühren es dort um, was ich aber nicht empfehlen kann, da es viel aufwendiger ist und ihr beim rühren in der Form eure Silikonform zerkratzen, wenn nicht sogar beschädigen könnt. Was ich zu Glitzer sagen möchte ist, dass es sich immer absetzt. Wenn ihr also Buchstaben Silikonformen habt, die nicht Spiegelverkehrt sind, wir euer Glitzer später auf der Rückseite eures Werkstückes sein. Wenn ihr euer Harz eingefärbt habt, dürft ihr es auch gleich in eure Form gießen. Da Harz beim Aushärten an Feuchtigkeit verliert, wird es minimalst weniger, was dann einen scharfen Rand und eine Wölbung hervorrufen kann, deshalb Gieße ich immer ein klein bisschen über die eigentliche Füllhöhe. Natürlich darf euer Harz nicht auslaufen (wenn es doch ausläuft könnt ihr dies im Nachhinein weg schleifen, doch bei einer zu großen menge ist das ganze dann aufwediger). Wenn ihr allerdings dann noch etwas in euer Harz rein geben wollt, müsst ihr bisschen Platz lassen, denn Blumen, etc. haben ja auch ein Volumen.


Blumen, Perlen, Insekten, Kaffebohnen,...

Ich würde die genannten Dinge erst nach dem Gießen dazu geben. Denn wenn ihr eure Blumen direkt in die Form gibt könnten unter eurer Blume, etc. Luftblasen entstehen, und Luftblasen die direkten Kontakt zum Boden oder Rand haben werden nachher zu löchern. Natürlich entstehen auch Luftblasen wenn ihr eure Blumen erst im Nachhinein zugebt, allerdings sind die dann oftmals nicht ganz so gravierend. In Blumen ist übrigens auch Sauerstoff, weswegen von der Blume auch Luftblasen aufsteigen können. Ich kratz da immer mit meinem Zahnstocher ganz leicht an der Blume rum, damit die Luftblasen aufsteigen. Ebenso mache ich dies bei Luftblasen die sich am Boden/Rand festgesetzt haben (Achtung, dass ihr die Form nicht zerkratzt)


Luftblasen entfernen

Wir haben es fast geschafft, nun kommt euer Feuerzeug/Heißluftföhn zum Einsatz, geht damit kurz über die Oberfläche. Achtung! Harz kann anfangen zu brennen und bei zu langem Kontakt kann euer Harz auch vergilben.


Aushärten

Mit dem Gießen sind wir nun fertig. Jetzt kommt der langweilige ungeduldige Teil. Euer Harz muss nach Herstellerangaben aushärten. Bei mir sind es 24-48 Stunden. Vorsichtshalber lasse ich sie immer 48 Stunden in der Form. (Achtung es gibt auch UV Resin, welches nur unter UV Licht aushärtet) Dünne Teile härten übrigens langsamer aus als Dicke teile (komisch, normal ist es bei allen anderen Dingen immer genau anders rum), dass hängt wiederum mit der Gusshöhe zusammen. Ihr erinnert euch doch daran das ich meinte, bei einer höheren Gusshöhe erwärmt sich das Harz schneller? Harz härtet nämlich durch Wärme aus.

Sidefakt: Ihr solltet immer bei Zimmertemperatur gießen. Bei Temperatur Schwankungen kann es zu einer klebrigen, matten, schlierigen Oberfläche kommen. Mit diesem Problem haben einige im Winter zu kämpfen, auch ich momentan leider.


Weiterverarbeiten

Ist euer Harz vollständig ausgehärtet könnt ihr es aus der Form raus nehmen und weiter verarbeiten wenn nötig. Spricht einen Schlüsselanhänger dran schrauben, Ohrringe drauß machen, Die Ränder schleifen wenn sie zu kratzig sind, polieren oder gravieren. Das ist alles ein kann aber kein muss.


Aus Epoxidharz können unzählige Dinge erschaffen werden, sei es Schmuck, ein Tisch, euer Fußbochen, ein Untersetzer, ... eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.


Ob ihr es glaubt oder nicht, wir sind am Ende angelangt. Ich hoffe dieser ultra ausführliche Bericht hat euch geholfen und eventuell einige fragen geklärt. Vielleicht macht ihr ja selber schon seit längerem Harz und habt hier etwas gelesen, was ihr noch nicht kanntet. Ich würde mich super doll über Feedback freuen, sei es über den Mitglieder Chat hier (wenn dieser auf dieser Website schon existiert und funktioniert) oder aber auch über eine Instagram Direktnachricht. Wenn ihr noch andere Wege findet um mich zu Kontaktieren, dann tut es :D Ich fände es super cool, wenn ihr euch auch in meine anderen Beiträge rein liest. Demnächst kommt vielleicht eine Liste mit Links zu all den Sachen die ich mir für Resin gekauft habe.


Vielen dank für eure Zeit <3


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Etsy: epoxyregiiischa






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